Bereits Ende letztes Jahr haben wir über die verschiedenen Initiativen zum Kinderschutz im Sport berichtet. Wir freuen uns euch hier nun unser größtes Projekt dieses Jahr vorstellen zu dürfen:

Die E-Learning Plattform zu SAFE SPORT in Österreich

→ zum Zweck der breiten Streuung von „Respekt und Sicherheit“ Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Warum es diese Plattform braucht:

Mit (sexuellem) Kindesmissbrauch und Gewalt im Sport geht nicht nur die juristische Aufklärung einher, sondern auch ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag und entsprechende Verantwortung.

100% SPORT bietet im Auftrag des Sportministeriums Unterstützungsleistungen für Sportorganisationen, um präventive Maßnahmen gegen Übergriffe im Sport zu setzen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung und den Erfahrungen aus der Arbeit mit Betroffenen geht hervor, dass Kinder im Sportverein und in Sportschulen zu einer besonders vulnerablen Gruppe gehören und besondere Schutzmaßnahmen vor diesem Hintergrund zu treffen sind.

Ein wesentlicher Baustein der Prävention ist das vorhandene Wissen und Bewusstsein aller im Sport handelnden Personen. Es macht Mut und schafft Handlungskompetenz, um Missbrauch und Verdachtsfällen zu begegnen. Das Angebot einer Qualifizierung bzw. eines Wissenserwerbs mittels E-Learning Tools soll dazu beitragen, auch jene Personen und Organisationen zu erreichen, die sich auf lokaler Ebene ehrenamtlich engagieren. 

Es soll damit unterstrichen werden, dass Kinderschutz und Prävention alle AkteurInnen im Sport betrifft und jedeR in seiner/ihrer Funktion einen wesentlichen Beitrag für Respekt und Sicherheit im Sport leisten kann.

Projektgeschichte

Gewalt und sexuelle Übergriffe im Sport waren lange Zeit ein absolutes Tabuthema. Obwohl sich die Akzeptanz für Prävention deutlich verbessert hat, herrscht vielerorts nach wie vor Unwissenheit und Unsicherheit über die Verantwortung, die jeder und jede im Sport trägt, um eine Atmosphäre des Respekts zu schaffen.

100% SPORT widmet sich seit vielen Jahren der Ausarbeitung von Präventionskonzepten, Hilfestellungen und Maßnahmen.

Die #MeToo Debatte und die öffentliche Stellungnahme von Nicola Werdenigg zu den sexuellen Übergriffen, die ihr als Athletin widerfahren sind, haben 2017 den Stein endgültig ins Rollen gebracht.

Der Ruf nach Unterstützung von Seiten des organisierten Sports war groß.

Diesem Bedarf an Information und Hilfe begegnete 100% SPORT unterstützt durch die 100% SPORT Arbeitsgruppe „Prävention sexualisierter Gewalt“ mit einem umfangreichen Ausbildungs- und Schulungsangebot und einer umfassenden Handreichung für Sportvereine.

Auf Grund der langjährigen Bemühungen kann 100% SPORT nun auf ein engmaschiges Netzwerk von ExpertInnen zählen, mit deren Hilfe wir im Rahmen unterschiedlicher Projekte und Initiativen ein starkes Zeichen gegen Gewalt und für Respekt und Sicherheit setzen.

Lag 2015 der EU-Fokus der Strategie Gender Equality 2014-2020 noch auf der Prävention von „genderbased violence“, so hat sich der heutige Blick durch die Teilnahme am EPAS Projekt „Child Safeguarding in Sport“ auf das Thema Kinderschutz und die Prävention jeglicher Form von Gewalt erweitert. Nichtsdestotrotz gilt es nach wie vor, gemeinsam eine Kultur des Hinsehens und des mutigen Handelns für einen sicheren Sport und zum Schutz des Kindeswohls zu entwickeln.

Zielgruppen

Folgende Personen wollen wir mit dem Projekt erreichen:

  • EntscheidungsträgerInnen im Sport
  • FunktionärInnen
  • Hauptamtliche AkteurInnen
  • Ehrenamtliche AkteurInnen
  • TrainerInnen, Coaches, BetreuerInnen, ÜbungsleiterInnen
  • SchiedsrichterInnen, WettkampfleiterInnen, TurnierorganisatorInnen
  • Eltern
  • AthletInnen

– jeweils aller Altersgruppen und aller Geschlechter

Das Endprodukt soll die Handlungskompetenz bei allen relevanten PlayerInnen im Sport erhöhen, das Netzwerk der geschulten Ansprechpersonen erweitern und somit Übergriffe und Missbrauch erkennbar, benennbar und vorbeugbar machen.

Ziel ist es, mit dem Launch der Plattform einen wichtigen Beitrag zum Kinderschutz im Sport in Österreich leisten zu können!


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